Nicht immer sind die Bedingungen in unserem aktuellen Arbeitsumfeld ideal. Es gibt stressige Zeit und Zeiten, in denen es moderater zugeht. Wenn du dich aber dauerhaft überfordert fühlst, schon gesundheitliche Symptome, wie Schlafprobleme, spürst oder die Stimmung in deinem Team sich nicht mehr gut anfühlt, solltest du hinterfragen, ob du noch im richtigen Umfeld arbeitest. Denn toxische Arbeitsumgebungen führen zu Unruhe, Konkurrenzgefühlen, ständigem Stress, Selbstzweifeln, Negativität, Krankheit und sogar Mobbing.
Sieben Anzeichen für einen toxischen Job
1. Schlechter Führungsstil
Dein Vorgesetzter oder deine Vorgesetzte sollten in ihrer Position Menschen führen und motivieren können und gleichzeitig die unterschiedlichen Persönlichkeiten berücksichtigen. In der Realität steigen aber oft Menschen auf, die sich besonders gut durchsetzen können und weniger Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen nehmen. Gepaart mit einem übersteigerten Selbstdarstellungsbedürfnis kann so mancher Chef oder Chefin zu einer schwierigen Leitfigur werden. Da Führungskräfte häufig nicht für ihre Aufgabe geschult werden, fehlt es hier und da auch an grundlegenden Führungsfähigkeiten und einem Verständnis für die Aufgaben und Verantwortung einer solchen Position.
Ständige Kritik, unklare Anweisungen, Kontrollsucht oder Micromanagement, Überheblichkeit und Narzissmus sind die häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter:innen das Handtuch werfen.
2. Fehlender Teamgeist
Jeder, der nicht gerade als Einzelkämpfer glücklich ist, weiß, dass ein gutes Team die Basis für gute Arbeit und den Erfolg eines Unternehmens ist. In einigen Unternehmenskulturen ist Teamgeist aber zur Seltenheit geworden oder kommt gar nicht vor. Häufig liegen dem Ganzen hoher Konkurrenzdruck und mangelnde Führung zugrunde. Denn Teams kann man formen und entwickeln. Wenn diese Entwicklung auf der Strecke geblieben ist, ist fehlender Teamgeist nicht weit. Dann ist sich nur jeder selbst der nächste und du stehst allein da.
Achte auf: Cliquenbildung, persönliche und projektbezogene Ausgrenzungen, eine ständig brodelnde Gerüchteküche und versteckte Kommunikation in E-Mails und auf dem Flur.
3. Miese Kommunikationskultur
Gute Kommunikation ist der Schlüssel für ein gutes Miteinander und erfolgreiche Projekte. Wenn Zuständigkeiten nicht geklärt sind, du ständig Fragezeichen hast, was zu tun ist oder lange Kommunikationsschleifen zur Regel werden, dann stimmt im Kommunikationsmuster deines Unternehmens Einiges nicht. Oft zeigt sich diese Kultur auch im Schriftlichen: unfreundliche E-Mails, Vorwurfshaltung, fehlende Anrede und Schlussformel und ein missverständlicher Tonfall sind dann keine Seltenheit.
Pass also auf dich auf, wenn du regelmäßig damit konfrontiert wirst und fehlende Transparenz, passiv-aggressive Kommunikationsmuster oder verwirrende Anweisungen dir das Leben schwer machen.
4. Mangelnde Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist ein Begriff, den jeder kennt und der inzwischen immer mehr eingefordert wird. Dennoch gibt es noch genug Arbeitsverhältnisse, die es einem verdammt schwer machen, diese Balance zu finden. Sicher müssen wir hier unterscheiden zwischen Berufen, die per se mehr Arbeitsstunden aufweisen können, da sie zum Beispiel im medizinischen Bereich liegen. Wenn dein Arbeitgeber aber regelmäßig Überstunden verlangt, du zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen sollst und auch deine Hinweise auf Überlastung nicht ernst genommen werden, dann ist es Zeit, sich nach etwas anderem umzusehen.
Ständige Abrufbereitschaft, kein Überstundenabbau gepaart mit dauerhafter Überlastung und fehlendem Verständnis oder Schlechtesgewissenmachen, wenn du mal ausfällst, sind klare Anzeichen für einen toxischen Job, der dich krank machen kann.
5. Hohe Fluktuation
Findest du dich regelmäßig von neuen Kollegen umgeben, obwohl du die alten noch gar nicht richtig kennen gelernt hast? Hörst du immer wieder, dass deine Bürogenossen sich schon wieder nach etwas anderem umsehen, da sie unzufrieden sind? Können Stellen nicht besetzt werden, da das Personalkarussell sich ständig dreht? In solchen Strukturen zu arbeiten, ist nicht leicht und dauerhaft total unbefriedigend. Teams können sich nicht formen, geschweige denn performen. Eine hohe Fluktuation lässt auf verschiedene Baustellen in einem Unternehmen schließen. Fehlende Führungskultur, negative Grundstimmungen durch mangelnde Mitarbeitermotivation und krank machende Strukturen sind einige Hauptgründe, warum Mitarbeiter schnell die Flucht ergreifen. Überlege dir gut, ob du an diesem Arbeitsplatz gut aufgehoben bist.
6. Unmotivierte Kollegen
Ein Indiz für toxische Arbeitsumgebungen können tatsächlich auch unmotivierte Teamkollegen sein. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass einzelne underperformen. Das gibt es überall. Wenn aber ein Großteil der Belegschaft ständig unter seinen Möglichkeiten bleibt, Arbeiten nicht ausgeführt oder boykottiert werden und du am Ende diejenige bist, die alles wieder richten soll, dann stimmt etwas nicht. Erkennen kannst du die faulen Früchte oft daran, dass sie sich in keiner Weise für die Ergebnisse oder den Erfolg des Unternehmens interessieren. Sie möchten schlicht in Ruhe gelassen werden. Auch Weiterentwicklung ist ihnen ein Greul. Dass ein solches Umfeld dich am Ende selbst runterzieht, liegt auf der Hand.
Willst du wirklich ein Boreout riskieren oder durch die dauerhafte Überlastung Richtung Burnout schlittern? Ein produktives Arbeitsmfeld ist viel erfüllender und wird dich glücklicher machen. Warum zögerst du?
7. Keine Entwicklungsmöglichkeiten
Vielleicht hast du es schon einmal erlebt: Du bist motiviert, möchtest dich weiterentwickeln und am liebsten zu diesem besonderen Seminar gehen. Aber dann sagt dein Chef: Wieso. Nein, das brauchen wir nicht. Und wir haben sowieso kein Budget dafür. Natürlich kann es mal vorkommen, dass du den Zuschlag für deinen Lieblingskurs nicht bekommst, aber wenn du regelmäßig in deinem Bestreben beschnitten wirst, wird dich das auf Dauer demotivieren und dich auf der Stelle treten lassen. Manchmal steckt hinter den begrenzten Möglichkeiten auch einfach ein Vorgesetzter oder eine Vorgesetzte, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen möchte. Solche Führungspersönlichkeiten halten ihre Mitarbeiter gerne klein, um Kontrolle auszuüben und die eigene Position zu sichern. Auch stark hierarchische Strukturen bieten manchmal nicht die Entwicklungschancen, die du brauchst, da sie an alten Führungsmustern festhalten.
Denke daran: Wenn du dich selbst weiterentwickeln möchtest und Ziele hast, dann brauchst du das passende Umfeld. In vielen Unternehmen wird Mitarbeiterentwicklung gefördert. Warum also im alten Job bleiben, der dich ausbremst?